
Der Rickmers-Kran an der Geeste in Bremerhaven hat in diesem Herbst ein unglaubliches Abenteuer erlebt: Nachdem die alte Kaje das Gewicht nicht mehr halten konnte, musste das 35,5 Meter hohe Stahlbauwerk aus den 1950er Jahren versetzt werden. Kein leichtes Unterfangen, denn über Statik und Gewicht gab es keine Unterlagen mehr. Rund ein Jahr Planung war nötig, bevor ein 600-Tonnen-Raupenkran den historischen Vollportal-Turmdrehkran auf sein neues Fundament – wenige Meter entfernt – heben konnte.
Der Kran selbst hat schon Geschichte geschrieben: Von 1956 bis zur Schließung der Rickmers Werft 1986 war er eines der prägenden, technischen Bauwerke Bremerhavens. Mit seiner portalförmigen Unterkonstruktion, dem 360-Grad-Drehkranz und der Laufkatze am Ausleger konnte er Lasten von bis zu 20 Tonnen bewegen – echte Schwerstarbeit im Hafenalltag. Heute steht der Rickmers-Kran unter Denkmalschutz und ist das letzte sichtbare Relikt der Werft. Ein imposantes Stück Bremerhavener Industriegeschichte, das zeigt, dass auch Stahl ein Herz für Abenteuer hat. 🪝🩶
Foto: Wikipedia / Helmut Seger